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太阳十字架-Kreuz und Sonne:时光守卫-Die Hüterin der Zeit

太阳十字架-Kreuz und Sonne:时光守卫-Die Hüterin der Zeit

前言碎碎念:2005年9月25日,某半身人位面旅行者Seraphina Buchwald到达黑鹰位面的一周年纪念日当天,正是雄狮古堡废墟之下人们庆祝月亮节日之时。在集市上,凭着轻足半身人种族的各项豁免+1运气加值和对抗恐惧检定的+2士气加值(<--两者的定语都是“强大而华丽的”,咩哈哈),居然巧遇一位身材高挑、白衣红发的美丽女士,眼眸中洋溢秋天树林的色彩。她沉默地坐在喧闹的广场边缘高台中央,面前摆着数本羊皮纸古籍,背后是一方印有精灵族传统结饰巨型图案的白亚麻布。好奇的化身——某半身人拿起一本古籍,骇然发现是德鲁伊语写成……抬起头,女士正深深地注视着下方这个敢于窥测自然奥秘的造次者。终于,她嫣然一笑,如此和蔼亲切…… wub.gif heart.gif

(后面的过程……某will save轻易败出的半身人……也许是由于某不知名法术影响,现在无法回忆起了……请大家见谅)

总之……某得到了安雅·秋眸女士的首肯……只要还记得这一点,某就欣慰了……(众:废话怎么这么多!T飞~~~)

(飞回来最后一句:某译得很慢……但是相当认真……请各位DKC德语众不吝指点)
——————————————不公正的分割线——————————————
Besonders zu 某精灵前同学:只有你,觉得有问题的地方,绝对是你错。对,这就是“半身人之BS”(SU)。 cool.gif

太阳十字架

时光守卫

——安雅•秋眸

翰娜拐进榛木路时感觉并不好。这一片都是沿街顺延的成排小屋,小孩在前院玩耍嬉闹,疏于打理的程度不比荒芜的花园本身强多少。她再一次地后悔,就不该去那家大学生职业介绍所报这个名。可是除此之外她束手无策,不管乐不乐意,总得本着向钱看的原则,东跑西颠、干这干那,想办法谋生。当然她也曾有过在某个职位上多待待的念头,但是一般而言她无从知晓,当她又找来一份新工作时会有怎样的奇遇。

在职介所她又多问过一句,榛木路5号这个地址是否准确无误:住在那儿的人可不像是二话不说就肯每小时付10镑的类型。一处私人住宅,又不是办公场所!

“是位可爱的老太太,她有些比她还要老的手抄本,想要你帮她备份。明天,下午两点,榛木路5号”,介绍员小姐是这么答复的。

就快两点了。在大多数房屋前,她找寻门牌号的努力白白落了空。有些面孔在窗帘后面一晃就消失了。她的圆角镍架眼镜、毛线软帽和粗呢连帽大衣害得她在这儿比羊群里的骆驼还扎眼。置身这一片荒凉之中令她很不自在,因为此地定然从没人有过机会上高中——大学就更别提了。

在路的左边她看见了4号和6号,在它俩中间稍微错后少许,有间酷似木板窝棚的小房子。天开始有点下雨,她的镜片上起了雾。她站在原地皱皱鼻子把眼镜推上去——那是她的典型动作——试图在那窝棚上辨认出可能是个门牌号的东西。她突然冒出个荒唐到家的念头——此项品质被她的男朋友米夏埃尔动辄嘲讽,而他本人,作为堂堂经济系大学生自然毋庸置疑地超越此等俗念远不止一等——在这么个窝棚里不可能住了一位家藏稀世古籍、为给它们备份每小时挥洒10镑的主儿。幸运的是眼下这会儿她没想起米夏埃尔,否则她大概不会张望见那个斜挂在门旁的小小5字了。但那个5就在那儿挂着——错不了。翰娜犹犹豫豫地穿过花园。这院落的野性之美中隐约显露着某种规律感,有两侧种类对称的树草为证;无奈它们的名字翰娜简直连一个都叫不上来。

小小屋舍还好好立着的唯一理由,似乎就是因为它被挤在两棵苹果树之间,想倒也没地儿倒。护窗百叶板松垮垮地挂在直掉渣儿的外墙上,后者在坏了的檐沟漏下来的雨溪持续冲刷下继续演示何谓水滴石穿。房顶的瓦片也残缺不齐,这点也没有逃过翰娜审慎的眼光。门铃是没有的,有的却是一个叩门用的门环,外形是一只长鼻尖吻、獠牙暴突的野兽。这华丽的零件与建筑物的其他部分颇不相配,翰娜但愿它不要随着这一敲应声坍塌就好。她先只是十分畏惧地扣了两下:叩击声空寂地回荡着,仿佛门后隐藏着轩豁的殿堂;某扇门打开之时,残破的窗帷纷纷于毛玻璃后微微飘摇。拖曳的脚步声渐渐变得越来越响,终于它和翰娜身上的鸡皮疙瘩一起驾到了。一副沉重的插销被拉到一边,接着门吱咯作响地敞开。翰娜屏住呼吸。站在她对面的将是个什么样的人呢?

一位面容和蔼的老夫人从门后现身,亲切地微笑着示意翰娜进来。这位女士的外貌令翰娜瞠目结舌,甚至都没听见她是如何向自己问好并接过自己的大衣。这是一位名副其实的女士。她有一头光亮的华发。当她转过身去挂大衣时,翰娜发觉这头发还蓄得很长,在后颈处绾成了一个有如艺术品般端庄华贵的发髻。她的衣着款式没在任何流行杂志、甚至没在哪本发黄褪色的创刊号里出现过;然而她穿着中流露出的那种整洁的闲适随意,却暗示着生活中有对这位夫人而言更为重要的东西。

“您好!”翰娜带着几分尴尬说道,同时稍微缩起脖子四下打量前厅:数不胜数的门扉、铺着厚厚地毯的宏伟楼梯、昂贵得令人简直不敢踏足的镶木地板和光洁的大理石柱支撑着的轩豁天花板。

翰娜张口结舌地瞪着那些石膏花饰线脚和硕大的花瓶,随后听见了女主人的声音。她已经消失在众多高高门扉当中某扇的后面;而翰娜疑惑地朝雄伟的入口大门投去了最后一瞥,匆匆跟过去。

这位夫人将她领进了一间像是书房的居室,靠窗矗立着一张宽阔结实的大写字台。从窗户望出去,翰娜可以看见一座向远方伸展的自然风景园林(1),就像许多年以前人们设计布局的那种样式。偌大的房间半明半暗,只有写字台还沐浴在日光之中。女士请翰娜在桌边落座,再为自己推过一张小凳,放到写字台旁。坐下之前她从一个皮卷筒里抽出了一张羊皮纸卷,在翰娜面前展开。

“我得备份这个吗?”

夫人善意地忽视了翰娜语气中的惶然,只含着微笑对她点了点头,从暗色橡木柜的抽屉里取出另外一些什物。

翰娜瞧着这张要她备份的东西,万念俱灰——得用手抄!它看上去仿佛狂风暴雨和旭日光辉比肩并存的天穹:这儿是乌云叠嶂,闪电蜿蜒;那儿是暴雨倾盆,雾霭蒙蒙;最末是云开霁散,阳光隐现。她盯着这张纸观察得越久——那位夫人始终在后头忙忙碌碌——就越清晰地在云层中、雾霭中和雨帘中捕捉到若干人类容颜的大致轮廓还有……一只隼,羽翼尖端隐没于云端。

此时夫人又走近桌边。她带着顽皮的表情从侧面望着翰娜。

“您听我说,呃……夫人……”

“哦,抱歉啊罗伯茨小姐,我还根本没向您作自我介绍呢。我叫奥玛雷。”

“您听我说,奥玛雷夫人,您为什么不把这张羊皮纸扫到扫描仪里呢?我有一个相当好用。办公室里的打印机……也……很……”

她要说的话哽在了嗓子眼,眼看着这位女士不为所动地继续用一柄小刀削尖羽毛根部,又把一种黑色易碎的物质在水中融成墨汁。她偷偷地瞥了一眼手表。三个小时之后才有下一班回程的公交车。她将不得不至少在这儿待到那时候。

“您想喝点什么吗,罗伯茨小姐?”

翰娜只能点头,直愣愣地瞪着那些羽毛。夫人走后,她壮着胆子伸手从中取了一根。小心翼翼地,她将尖端浸入墨汁中,看着一大滴乌黑的液体从羽毛笔尖落下。她在玻璃瓶口边上掭了掭笔,确信自己杜绝了漏水的可能,于是提笔在那张新羊皮纸上面划了一道:这纸的细腻与典雅都令她叹服不已。

“哦,您已经开始了啊——从头鹰的翅膀开始了。”

翰娜大惑不解地瞧瞧这道线,再看看羊皮纸原件。千真万确,她画的线条跟那猛禽的羽翼有着一模一样的弧度。

“为什么叫它头鹰?——是还有更多的吗?”

“哦,是的。这鹰是打头的。它当然是只雌鹰。她名叫法蒂玛。您找找看其他的吧!”

翰娜的眼睛在羊皮纸上搜寻。那群鸟儿在那边的积云之后吗,或是藏身于如此温柔地宣告了风暴尾声的雾霭中?

在纸页下方的两个边角里,雨幕与阳光之间,翰娜差不多同时发现了另外两只鹰。

“在这儿有一对儿!”

“对,他们在这儿。一共就是这三只。真不错,您首先认出了独鹰,好法蒂玛。底下这对儿是斐德斯和苏蕾卡。他们伴着法蒂玛同行,所以鹰的总数成三。——眼下我要让您完全独处。正像我看到的,我的选择是精准无误的”,夫人一边说,一边把壶和玻璃杯在翰娜旁边搁下,为她斟满,以一个手势邀她饮上一杯。

“这是什么?”翰娜问,她还从未品尝过这种滋味。酸涩而又甘甜的奇异口感,透着红得发黑的色泽。

“接骨木果汁。”

夫人现在离开了,翰娜发觉自己孑然身处渐染暮色的书房之中,接受了一项古怪到家的任务和一种希奇饮品的款待。

她又一次在墨水里蘸了蘸笔,尽最大可能一丝不苟地着手临摹那些非同寻常的线条。精巧的短线彼此交错萦绕,构成了具有铜版画效果的编丝栅格。然而细察之下,这栅格竟是以字母组成!她试图阅读这些词语;但却只有在书写进行的同时,文字之中的意义才向她展现开来:

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1.Landschaftsgarten, m.: 18世纪在英国流行的园林风格,崇尚贴近自然风景。——译注
原文链接:

http://www.frauenzimmer-verlag.de/lese01.htm

原文:

Kreuz und Sonne (Band 1)
Die Hüterin der Zeit
von Anja Zimmer

Hanna hatte kein gutes Gefühl, als sie in die Hazelroad einbog. Es war eine Gegend mit heruntergekommenen Reihenhäuschen, in deren verwahrlosten Vorgärten nicht minder verwahrloste Kinder spielten. Einmal mehr bereute sie es, sich bei dieser studentischen Arbeitsvermittlung gemeldet zu haben. Aber sie war auf das Geld angewiesen, und so lange sie nichts anderes fand, mußte sie wohl oder übel an immer neuen Arbeitsstellen ihr Geld verdienen. Natürlich hatte sie auch Stellen gehabt, an denen sie gerne länger geblieben wäre, doch in der Regel wußte sie nicht, auf welches Abenteuer sie sich einließ, wenn sie wieder einen neuen Job bekam.

In der Vermittlung hatte sie noch einmal nachgefragt, ob es wirklich die Hazelroad Nummer fünf sein sollte, denn dort wohnten nicht gerade Leute, die einem so ohne weiteres einen Stundenlohn von zehn Pfund anboten. Ein Privathaus, kein Büro!

»Es ist eine süße alte Dame, die noch ältere Handschriften hat und sie von dir kopiert haben möchte. Morgen, vierzehn Uhr, Hazelroad fünf«, hatte die Vermittlerin geantwortet.

Es war schon kurz vor zwei. An den meisten Häusern suchte sie vergeblich nach einer Hausnummer. Gesichter verschwanden hinter Vorhängen. Mit ihrer runden Nickelbrille, der Baskenmütze und dem Dufflecoat fiel sie in dieser Gegend auf wie ein bunter Hund. Sie fühlte sich unwohl inmitten dieser Armut, denn sicher hatte hier niemand auch nur die Möglichkeit gehabt, eine High-School oder gar eine Universität zu besuchen.

Auf der linken Seite sah sie die Nummern vier und sechs, dazwischen, etwas zurückgesetzt, ein Häuschen, das eher wie ein Holzschuppen anmutete. Der einsetzende Regen verschleierte ihre Brillengläser. Sie blieb stehen, schob die Brille auf ihrer krausgezogenen Nase nach oben und versuchte, an dem Schuppen etwas zu erkennen, das eine Hausnummer sein könnte. Das war typisch für sie. Sie kam auf die absurdesten Ideen – eine Eigenschaft, für die sie oft den Spott ihres Freundes Michael einzustecken hatte, der als Student der Wirtschaftswissenschaften über derartige Zweifel natürlich erhaben war. In einem solchen Schuppen konnte niemand wohnen, niemand, der alte Pergamente besaß, für deren Kopie er zehn Pfund in der Stunde bezahlte. Glücklicherweise dachte sie in diesem Augenblick nicht an Michael, denn sonst hätte sie die kleine Fünf, die schief neben der Tür hing, vermutlich nicht gesehen. Aber die Fünf hing dort – unverkennbar. Zögernd ging Hanna durch den Garten, dessen Wildheit doch ein gewisses System erahnen ließ, denn zu beiden Seiten standen sich jeweils die gleichen Bäume und Pflanzen gegenüber, von denen Hanna allerdings die wenigsten mit Namen kannte.

Die Hütte stand wohl nur noch deshalb, weil sie zwischen den beiden Apfelbäumen keinen Platz zum Umfallen fand. Fensterläden hingen lose über zerbröselndem Mauerwerk, das von dem Sturzbach aus der kaputten Regenrinne immer weiter ausgehöhlt wurde. Auch die Reihen der Dachziegel waren unvollständig, wie Hanna mit einem vorsichtigen Blick bemerkte. Es gab keine Klingel, sondern einen Türklopfer in Form eines Tieres mit langer spitzer Schnauze und großen Reißzähnen. Dieses imposante Utensil wollte kaum zum übrigen passen, denn Hanna hoffte, das Gebäude durch ihr Klopfen nicht zum Einsturz zu bringen. Sie klopfte zunächst nur ganz zaghaft. Das Geräusch hallte wider, als verberge sich hinter der Tür ein riesiger Saal. Als eine Tür schlug, wehten hinter den blinden Scheiben zerschlissene Gardinen. Schlurfende Schritte wurden langsam lauter. Endlich hatten die Gänsehaut auf Hannas Körper ihren Höhepunkt und die Schritte die Tür erreicht. Ein schwerer Riegel wurde beiseite geschoben, worauf sich die Tür knarrend öffnete. Hanna hielt die Luft an. Was für einem Menschen mochte sie nun gegenüberstehen?

Das vertrauenerweckende Gesicht einer freundlichen älteren Dame kam zum Vorschein und bewegte Hanna mit einem verbindlichen Lächeln zum Eintreten. Hanna war so verwirrt beim Anblick der Lady, daß sie gar nicht hörte, wie sie sie begrüßte und um ihren Mantel bat. Es war in der Tat eine Lady. Ihr Haar war von leuchtendem Weiß. Als sie sich umwandte, um den Mantel aufzuhängen, sah Hanna, daß es auch sehr lang sein mußte, denn es war im Nacken zu einem ebenso ansehnlichen wie kunstvollen Knoten zusammengesteckt. Ihre Kleidung war zwar in keinem Modemagazin zu finden, nicht einmal in vergilbten Erstausgaben, aber von einer gepflegten Nachlässigkeit, die verriet, daß es für diese Dame wichtigere Dinge gab.

»Guten Tag!«, sagte Hanna etwas verlegen, während sie sich noch mit leicht eingezogenem Kopf in der Eingangshalle umschaute: Es gab viele Türen, großartige Treppen mit dicken Teppichen, der Fußboden war mit solch kostbarem Parkett ausgelegt, daß man sich fast scheute, ihn zu betreten, und die hohe Decke endlich wurde von glänzenden Marmorsäulen getragen.

Hanna stand noch da mit offenem Mund, um sich den Stuck und die großen Vasen anzusehen, da hörte sie die Stimme der Frau. Sie war bereits hinter einer der vielen hohen Türen verschwunden, und Hanna, die noch einen letzten zweifelnden Blick auf die mächtige Eingangstüre warf, beeilte sich, ihr zu folgen.

Die Dame führte sie in eine Art Studierzimmer, wo ein gewaltiger Schreibtisch am Fenster stand, von dem aus Hanna in einen jener weitläufigen Landschaftsgärten blickte, wie man sie vor langer Zeit angelegt hatte. Der große Raum lag im Zwielicht, nur auf den Schreibtisch fiel das Tageslicht. Die Lady hieß Hanna dort Platz nehmen. Dann schob sie für sich selbst einen kleinen Schemel zum Schreibtisch. Bevor sie sich setzte, holte sie aus einer ledernen Kartusche ein aufgerolltes Pergament, das sie vor Hanna ausbreitete.

»Das soll ich kopieren?«

Die Dame überhörte geflissentlich das Entsetzen in Hannas Stimme, nickte ihr nur lächelnd zu und holte weitere Utensilien aus den Schubladen dunkler Eichenschränke.

Hanna schaute resigniert auf das Blatt, das sie kopieren sollte – mit der Hand! Es sah aus wie ein Himmel bei Sturm, Regen und Sonnenschein gleichzeitig: Hier wild aufgetürmte Wolken, von Blitzen durchzuckt, dort Regengüsse, die in Nebelschwaden übergingen, und schließlich feine Schleierwolken, durch die das Licht brach. Je länger sie das Blatt betrachtete – die Dame hantierte noch immer im Hintergrund – um so mehr erahnte sie in den Wolken, Nebelschwaden und dem Regen die Gesichter von Menschen und … einen Falken, dessen spitz zulaufende Flügel mit den Wolken verschmolzen.

Nun trat die Dame wieder an den Schreibtisch. Verschmitzt sah sie Hanna von der Seite an.

»Hören Sie, Misses …«

»Oh, entschuldigen Sie, Miss Roberts, ich habe mich gar nicht vorgestellt, O’Malley ist mein Name.«

»Hören Sie, Misses O’Malley, warum legen Sie dieses Blatt nicht auf einen Scanner? Ich habe einen sehr guten zur Verfügung. Und der Drucker im Büro ... ist ... auch …«

Die Worte blieben ihr im Halse stecken, als sie beobachtete, wie die Lady unbeirrt fortfuhr, mit einem kleinen Messer Federn zu spitzen und eine schwarze, bröckelige Substanz in Wasser zu Tusche auflöste. Verstohlen sah sie auf ihre Armbanduhr. In drei Stunden fuhr der nächste Bus zurück. So lange würde sie mindestens hier bleiben müssen.

»Möchten Sie etwas trinken, Miss Roberts?«

Hanna nickte nur und starrte auf die Federn. Nachdem die Dame verschwunden war, wagte sie, eine der Federn in die Hand zu nehmen. Vorsichtig tauchte sie die Spitze in die Tusche und sah, wie ein dicker Tropfen der schwarzen Flüssigkeit von der Feder fiel. Sie streifte etwas von der Tusche am Rand des Glases ab, vergewisserte sich, daß nichts mehr tropfen konnte und zog eine Linie auf das frische Pergament, deren Feinheit und Anmut sie erstaunte.

»Oh, Sie haben schon begonnen – mit dem Flügel des ersten Falken.«

Verwirrt schaute Hanna auf die Linie und dann wieder auf das Pergament. Tatsächlich wies ihre Linie denselben Schwung auf, wie der Flügel des Greifvogels.

»Wieso des ersten Falken? – Gibt es denn noch mehr?«

»Oh, ja. Dieser Falke ist der erste. Es ist natürlich ein Weibchen. Sie heißt Fatima. Suchen Sie die anderen!«

Hannas Augen suchten das Pergament ab. Waren die Vögel dort in den Wolkenbergen oder in den Schleierwolken, die so sanft das Ende des Sturms ankündigten?

In den beiden unteren Ecken, im Regen und im Sonnenschein, entdeckte Hanna die beiden anderen Falken fast gleichzeitig.

»Hier, diese beiden!«

»Ja, das sind sie. Drei Falken sind es im ganzen. Es ist gut, daß Sie zuerst den einzelnen Falken, die gute Fatima, entdeckt haben. Die beiden hier unten sind Firdes und Suleika. Sie gesellen sich zu Fatima, und so sind es drei Falken an der Zahl. – Ich werde Sie nun ganz allein lassen. Wie ich sehe, hatte ich ganz recht mit meiner Wahl«, sagte die Frau, während sie Krug und Glas neben Hanna abstellte und ihr einschenkte. Mit einer Handbewegung lud sie sie zum Trinken ein.

»Was ist das?« fragte Hanna, die diesen Geschmack noch nie geschmeckt hatte. Seltsam herb und süß zugleich, von einem fast schwarzen Rot.

»Es ist Holundersaft.«

Die Frau verschwand nun, Hanna sah sich allein in dem dämmrigen Arbeitszimmer, betraut mit einer geradezu bizarren Aufgabe und bewirtet mit einem doch sehr merkwürdigen Getränk.

Sie tauchte noch einmal die Feder in die Tusche und begann, die sonderbaren Linien aufs sorgfältigste nachzuzeichnen. Feine kurze Linien schlangen sich ineinander und ergaben ein filigranes Gitter wie bei einem Kupferstich. Doch bestand dieses Gitter bei genauerem Hinsehen – aus Buchstaben! Sie versuchte, die Wörter zu lesen, doch erst beim Schreiben eröffnete sich ihr der Sinn:
庆祝可能是龙堡的第一篇德~~~~~~鲁依文翻译诞生,赞美半身人Seraphina Buchwald小姐的华丽壮举!
向阁下的勇气与RP致敬

想象图:sera小姐仰头45度cj的仰望着女士,甜蜜的问(德语)好不好嘛好不好嘛
这篇原文~~~~~~~~`
哼哼哼哼................看不懂!
楼主真是太伟大了!!
感谢各位大人的关注~某半身人感激T0中~ T T

实则试阅章节尚未全部完工,慢慢会填起来地~还要麻烦大家多多指点了 laugh.gif

(并且特别鸣谢子夜大人的PM,原稿不通顺的语句现在已经照子夜大人的校对逐一修改了)
(译者的废话:从前一篇最后那个冒号开始,故事转而进入公元4世纪。某半身人不小心漏看了很长一段,然则已经开始了这一部分的翻译,干脆把这一段译完再回过头来补前面的。而现在此段已完成,请大家多多指教~ laugh.gif
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德鲁伊卡思巴德来到友人亚尔特的小屋附近时总会吹一段特定旋律的口哨。由于路途遥远,更因身为修士的亚尔特素来深居简出以避世事,他并不常上门造访;基于同样理由,卡思巴德也习惯于以一支曲子预告自己的到来,因为他第一次站在小屋门前时差点把亚尔特吓死。德鲁伊吹着口哨抵达时已是伸手不见五指的深夜:这一次他打破惯例,很晚才得以出发。尽管他竭力疾行,却感到这段路程好像比平日更为漫长。一来他自觉韶华已逝;二来他背囊中有一样沉甸甸的负担。与其说使他的身体沉重,不如说这东西的分量正压在他的灵魂上。他该怎么把它交给亚尔特才好?他该怎么把它讲给他才好?

修士也已经手持火炬朝他迎过来:“卡思巴德,别来无恙啊,我的朋友!怎么回事,今天你竟会来得如此之晚?”

“向你问候,亚尔特,好兄弟!”两人彼此拥抱;亚尔特发现,卡思巴德格外长久而热切地紧紧拥抱着自己,仿佛想要确认并牢记他的友情。他们沉默着走回小屋。久别之后通常需要过一段时间,两人才能再度开口交谈。二十年前,当亚尔特为了改信基督教并最终踏上遁世苦修之路,从他俩一度共同求学的德鲁伊学院辞行之时,两个人都曾经缠着对方问个没完没了。曾经共度的寒窗生涯、其中一人步入的世界——它初看之下跟另一人所属的那一个世界貌似毫无二致——所有这些都为两位青年提供了谈资。卡思巴德往往一住就是数日甚至几个星期;有时亚尔特会打听有关从前的女同学菲德玛的消息。春去秋来,他们的友谊不知不觉有了变化:自然,这份情感的真挚与密切始终如一,他们也从来都推心置腹、无话不谈;可偶尔两人会有这种感觉:在某种程度上他们一点点漂移开来,离彼此渐行渐远。一开始他俩在德鲁伊教和基督教当中找出了许多共同点:它们两者都信仰一位无形的神明和灵魂的永生。但是他们越来越频繁地觉察两人的宗教之间有不可调和的矛盾冲突。关于这方面,他们都小心翼翼地规避着。卡思巴德接受亚尔特的决定;亚尔特也从不试图向卡思巴德传教,或哪怕只是给他念诵一段圣经,除非后者主动向他请求——而卡思巴德也从未这么做过。

那些不可调和的矛盾,过去只是他们的一种猜想,而现在已经在卡思巴德这里得到了证实。先前两人就曾探讨过宗教中的暴力。卡思巴德断然捍卫以活人献祭众神的人牲制度,而他自己就是一位出类拔萃的剑士,曾在数次纷争中战果辉煌,凯旋而归。而这些都令亚尔特兄弟不寒而栗,他宣讲对仇敌的博爱以及宽恕。亚尔特的真诚感动了卡思巴德,但他并非就此对所有自诩为基督徒的人都深信不疑。这种宗教里不是也有暴力吗?一类含混隐晦的暴力形式,虽然没有威胁到人们的肉体,却压迫着他们的灵魂?那名大讲特讲地狱烈焰与永坠之罚的布道者,卡思巴德难以忘怀;听众们脸上的恐惧表情,他记忆犹新。

曾经预感到的冲突,如今真真切切就摆在卡思巴德眼前。尽管如此他也不愿放弃希冀:也许还会有和睦相处的可能性存在。然而鉴于他最近的经历,这一点点期望正在急剧消失。

进屋之后卡思巴德几乎没碰面前的食物。他急急地从短斗篷下取出那件东西,在小屋里朦胧的烟雾之中它显得难以辨认。亚尔特颇感兴趣地俯身打量:它呈长方形,有棱有角,大约两掌长宽,足有三指厚。他将自己坐着的木墩子向火炉挪近少许,接过他的朋友递来的这东西。“这是什么?”德鲁伊问道,嗓音带着轻轻的颤抖。

“众圣徒在上,卡思巴德!这是一本书!”

“我对你们基督徒的所知已足够告诉我,这是一本书。我要知道,里面写了什么。”

“这是你从哪儿拿来的?”

卡思巴德望进屋外的夜色之中。“目前有些事情正在发生,亚尔特,而我对此无能为力。”

“出什么事了?说啊!你是唯一偶尔来探望我的人。你有好久没来了,世间近况我一无所知。”

“我告诉你了,对这种种是非我无能为力,在元老会上我的意见无人再愿听取,尽管我作为一名贤者跻身高阶德鲁伊之列。尤其是魏特们,德鲁伊当中的预言家和占卜者,已经围绕少数显然尽数遗忘了之前所学的贤者联合起来。很多人变化如此之大,以致我不敢相认:那些男男女女,都曾多么沉着审慎……这真令我痛心,我急切地恳求你,留在这个安全的地方不要出去。”

亚尔特提问的时候尽量压抑语气中的不安:“不会这么糟的。德鲁伊和修士一向相安无事啊。”

“基督教对我们步步进逼。你一定还记得图安•马克•凯睿尔:他是煽动魏特和朴实民众的贤者之一。他曾是省君克莱格•狄尔甘的教师,而现在是他的谋士。他见到许多氏族诸侯让修士来教育他们的子女。日后孩子们长大成人、号令一方之时,这帮修士兄弟就会向新王出谋划策,从而影响这个国家的命运。以基督教观念接受教育的氏族已占总数的大半。”

“那菲利们又怎么说呢,他们应是诗人和吟者,如果我没记错。”此时亚尔特插言道,“你不是说,正是德鲁伊中的菲利,对新的学说理念所持态度最为通达开明?毕竟,菲利们不仅仅是单纯的歌者,更是德鲁伊中的哲学家!他们深思熟虑的言语难道已失去效力?就是他们一直主张和平共存,你向我这么讲过的!”

“你真该听听图安在集会上的演讲。他说:基督徒们一心谋求的再也不是共存,而是独权。在场的还有质朴的平民、奴隶、牧人和农民,他对他们大肆渲染基督教政权的阴暗恐怖。激愤的民众拿起武器,就在当夜袭击了锡尔•托兰修道院。他们将所有修士屠戮殆尽,将那儿洗劫一空并付之一炬。而我翌日抵达。”

他沉默了。当面色惨白的亚尔特将手放在他胳膊上时,他声音很轻地继续说下去:“他们都没让哪块砖石还留在另一块上面。焦土之下我找到了这本书。现在你都知道了。——拉丁文我尚不通晓,书里以高超技艺所摹画的图像我也不解其义。跟我说说,里面都写了些什么。我要更进一步了解你们基督教徒。也许我们有一条共同道路可以携手前行。”

亚尔特将书捧在他修长纤瘦的手中——这双手见证了他生活的艰辛。它们已经有许久没有碰触过这样的珍宝。他曾亲手誊写过一部新约四福音的抄本,但仅仅是为满足隐居所需。他并未精心加以绘画。他小心翼翼地翻开它:“这是约翰福音书:In principio erat Verbum, et Verbum erat apud Deum, et Deus erat Verbum.”

“你能把它译成盖尔语(2)吗?”

“太初有言,言与神同在,言就是神。(3)”

“太初有言”,德鲁伊细细品味着重复道。“言辞怎能孑然孤立于太初?此外,太初者,乃何之初?虽是言中自有精魂在,然则精魂若无物可依,又如何得以独存?”

“‘言’,即希腊文中的logos,其本义是‘关联’。意思是,对于神,与人建立联系的可能性在最初产生。他抓住了机会。他令我等受感悟道,我们人类理应坚守此道,维系传承!”

“但假如此言确实与神同在,此神也即是此言,一个凡夫俗子怎敢将这有如神灵的言辞封印进文字之内?假如这般关联确凿无疑,它又怎会被禁锢于凝滞的文字?这么一来,这联系岂不早被扼杀于襁褓之中?在我看来,你的教义僵硬刻板,不知变通。神之于你是存在。神之于我是发展。你知道,我们德鲁伊同样有我们的文字。例如,我们用它写下魔法咒文;但我绝不敢写出我那不可名之的神灵称谓。对我来说,那就无异于杀死他,因为所写之物随即僵死,再无从变更。我也决不会在树枝上刻下对一个人的诅咒,因为那样我将永远无法再将这个诅咒解消。”

“文字并非如你所想那般死气沉沉。它可以重新复苏。只要人们阅读文字,它就随时随地焕发生机,于是神与人在最初建立起来的联系便得以流传发扬。这联系就蕴含于圣经之中,人人可得。从地中海直到爱尔兰,毫无错讹。”

“你如此肯定,文字就不会出错?德鲁伊教义同样不容歪曲,但它乐于发展自身。对我们而言有重要意义的新事物都会被整编汲取。但如果我没误解你的意思,那么文字好比海水蒸发留下的盐。以水浇之,复为海水。”

“对,可以这么理解!”

“可以浇在盐上的东西五花八门。随之产生的可就不一定是海水了。”

“你这是什么意思?”

“浇灌清澈泉水于其上,你的言辞便能复生。浇灌腐水于其上,你的言辞便同样腐化,在最坏的情况下甚至将悖逆你的本意。你谈到神灵使我们人类受感悟道,我们人类,也就是说基督徒,应该顺应并推行此道。你又从何得知,对这所感之道所有人都心领神会,恰合神明发起感召时的意愿?通过文字,这教义人人可得,只要他们能够阅读。然而这些人你素昧平生。著书立说者与其读者并不相识。你不知道别人会往你的盐上浇灌什么。我们仅向我们了解颇深的男子和女子口头传述我们的教义。我们不仅充实他们的头脑,更丰富他们的心灵。我们以新鲜的海水点点滴滴润泽他们。我们不将盐和水分离。即使是我们写下的那些魔法咒文也会徒劳无效,如果它们只是被泛泛读出。一个人必须由教师传授祷念的方法,他念诵的咒文才能在一个变幻无常的世界发挥它应有的作用!”

“世界变幻无常,神却是赐予我们安全和依靠的永恒。”

“可是无常的世事又如何能仰仗一位呆板的神灵?你思考的方式,兄弟,与我的不同!但我恐怕已别无选择,至少得去跟随理解你的思路。否则我只有迷失于绝望中了。”

“不,卡思巴德。你不会绝望!你呵,德鲁伊,你呵,高瞻远瞩者,我迫切地希望,你的眼睛这一次欺骗了你!让我们付诸行动。让我们启程上路。我们俩或许可以促成和平。我们俩是朋友。你难道不相信吗,我们俩可以用你我之间的友谊感染其他人?”

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2. Gälische:盖尔语,即通常意义上的凯尔特语言。

3.Am Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort.:见《约翰福音》首句。按翻译惯例应作“太初有道,道与神同在,道就是神。”为与下文相应,此文中依照原句另一译法将Verbum直译为“言”。
原文:

Der Druide Cathbad pfiff immer eine bestimmte Melodie, wenn er sich der Hütte seines Freundes Art näherte. Wegen des weiten Weges besuchte er ihn nicht sehr oft, zumal Art sich als Mönch in die Einsamkeit zurückgezogen hatte, um nicht gestört zu werden. Auch aus diesem Grund pflegte Cathbad sich mit einem Lied anzukündigen, denn Art war furchtbar erschrocken, als Cathbad zum ersten Mal in der Tür seiner Hütte gestanden hatte. Nun war es bereits stockfinstere Nacht, als sich der Druide pfeifend näherte. Entgegen seiner Gewohnheit hatte er diesmal erst sehr spät aufbrechen können. Obwohl er sich bemüht hatte, so schnell wie möglich zu gehen, war ihm die Strecke diesmal länger als sonst erschienen. Zum einen spürte er nun, daß er nicht mehr der Jüngste war, zum anderen beschwerte ihn ein Gegenstand, den er in der Tasche trug. Doch lastete das Gewicht des Gegenstandes weniger auf seinem Körper denn auf seiner Seele. Wie sollte er es Art beibringen? Wie sollte er es ihm sagen?

Da kam ihm der Mönch auch schon mit einer Fackel entgegen: »Cathbad, ich grüße dich, mein Freund! Wie kommt es, daß du heute erst zu so später Stunde bei mir ankommst?«

»Sei gegrüßt, Art, Bruder!« Sie umarmten sich, wobei Art feststellte, daß Cathbad ihn ungewöhnlich lange und innig festhielt, als wolle er sich seiner Freundschaft vergewissern. Schweigend gingen sie zurück zur Hütte. Es bedurfte immer einer Weile, bis sie wieder miteinander sprechen konnten nach ihren langen Trennungen. Vor zwanzig Jahren, als Art sich aus der Druidenschule, die sie gemeinsam besuchten, verabschiedet hatte, um zum Christentum überzutreten und schließlich als Einsiedler zu leben, hatten sie sich gegenseitig mit Fragen bestürmt. Die gemeinsame Schulzeit, der Eintritt des einen in eine Welt, die der des anderen zunächst sehr ähnlich schien, das alles hatte den jungen Männern Gesprächsstoff gegeben. Oft war Cathbad mehrere Tage, sogar Wochen geblieben. Manchmal hatte Art sich nach Fedelma, einer ehemaligen Mitschülerin, erkundigt. Mit den Jahren hatte sich ihre Freundschaft verändert: Sicher, sie war noch immer sehr innig, und es gab nichts, was nicht einer dem anderen hätte sagen können, doch zuweilen spürten sie, daß sie auf einer bestimmten Ebene auseinanderdrifteten. Zunächst hatten sie viele Gemeinsamkeiten zwischen dem Druidentum und dem Christentum festgestellt: Sie glaubten beide an einen unsichtbaren Gott, an die Unsterblichkeit der Seele. Aber immer öfter hatten sie gespürt, daß es zwischen ihren Religionen unvereinbare Gegensätze gab. Dabei waren sie sehr behutsam miteinander umgegangen. Cathbad akzeptierte Arts Entscheidung, und Art hätte niemals versucht, Cathbad zu missionieren oder ihm auch nur aus der Schrift vorzulesen, wenn er ihn nicht darum gebeten hätte, was er aber niemals tat.

Die unvereinbaren Gegensätze, die sie beide bisher nur geahnt hatten, waren nun in Cathbad Gewißheit geworden. Zuweilen hatten sie früher schon über Gewalt in ihren Religionen gesprochen. Cathbad verteidigte entschieden die Menschenopfer, die den Göttern dargebracht wurden und war auch selbst ein hervorragender Schwertkämpfer, der aus manchem Zwist siegreich hervorgegangen war. Bruder Art entsetzte sich darüber und sprach von Feindesliebe und Vergebung. Cathbad war von der Ehrlichkeit Arts überzeugt, doch nicht von der Ehrlichkeit aller Menschen, die sich Christen nannten. Gab es in dieser Religion nicht auch Gewalt? Eine verschwommene, subtile Art von Gewalt, die zwar nicht in die Körper der Menschen drang, sondern in ihre Seelen? Nur zu gut erinnerte sich Cathbad an einen Prediger, der von ewiger Verdammnis und Höllenfeuer gesprochen hatte. Nur zu gut erinnerte er sich an die Angst auf den Gesichtern der Menschen.

Die Gegensätze, die Cathbad gespürt hatte, standen ihm nun deutlich vor Augen. Trotzdem wollte er die Hoffnung nicht aufgeben, daß es vielleicht noch Möglichkeiten eines friedlichen Zusammenlebens geben könnte. Doch schien ihm diese Hoffnung verschwindend gering angesichts seiner jüngsten Erlebnisse.

Als sie in der Hütte angekommen waren, rührte Cathbad das angebotene Essen kaum an, sondern zog alsbald den Gegenstand unter seinem Umhang hervor, der in den düsteren Rauchschwaden der Hütte kaum zu erkennen war. Rechteckig, etwa so groß wie zwei Handflächen und gut drei Daumen dick war dieses Ding, über das sich nun Art interessiert beugte. Er rückte den Holzklotz, auf dem er saß, etwas näher an die Feuerstelle und griff nach dem Gegenstand, den ihm sein Freund hinhielt. »Was ist das?« fragte der Druide mit leisem Zittern in der Stimme.

»Bei allen Heiligen, Cathbad! Das ist ein Buch!«

»So viel habe ich über euch Christen schon erfahren, um zu wissen, daß es ein Buch ist. Ich will wissen, was darin geschrieben steht.«

»Woher hast du es?«

Cathbad sah hinaus in die Nacht. »Es gehen im Moment Dinge vor sich, Art, über die ich keine Macht habe.«

»Was geschieht? Sprich! Du bist der Einzige, der mich zuweilen besucht. Du warst lange nicht da, und ich weiß nicht, was in der Welt vor sich geht.«

»Ich sagte dir, daß ich über diese Geschehnisse keine Macht habe, und im Rat will man meine Stimme nicht mehr hören, obwohl ich ein Wissender bin und damit zum höchsten Rang der Druiden zähle. Vor allem die vates, also die Seher und Weissager unter den Druiden, haben sich zusammengeschlossen um eine Handvoll Wissende, die offensichtlich alles, was sie je gelernt, vergessen haben. Viele haben sich so sehr verändert, daß ich sie kaum wiedererkenne, Männer und Frauen, die früher so besonnen waren … Es tut mir leid, und ich bitte dich dringend, hier in Sicherheit zu bleiben.«

Art versuchte, nicht beunruhigt zu klingen, als er sagte: »Es kann so schlimm nicht sein. Druiden und Mönche haben immer recht friedlich miteinander gelebt.«

»Allmählich verdrängen uns die Christen. Du erinnerst dich sicher an Tuan mac Cairill. Er ist einer der Wissenden, die die vates und das einfache Volk aufhetzen. Er war der Lehrer des Provinzkönigs Craig Dealgan und ist nun sein Berater. Er sieht, daß viele Stammesfürsten ihre Kinder von Mönchen erziehen lassen. Dadurch werden diese Brüder später, wenn die Kinder erwachsen sind und über ihr Land bestimmen, Einfluß haben auf die Geschicke dieses Landes, indem sie die neuen Herrscher beraten. Weit mehr als die Hälfte der Stämme wird christlich erzogen.«

»Aber was ist mit den fili, das waren doch die Dichter und Barden, wenn ich mich recht erinnere.« warf Art nun ein. »Hast du nicht gesagt, daß gerade die fili unter den Druiden der neuen Lehre gegenüber aufgeschlossen sind? Schließlich sind die fili nicht nur einfache Sänger, sondern die Philosophen unter den Druiden! Gilt ihr besonnenes Wort denn nicht mehr? Gerade sie sind doch immer eingetreten für ein Miteinander, wie du mir berichtet hast!«

»Du hättest Tuan in der Versammlung hören sollen. Es sei kein Miteinander mehr, was die Christen anstrebten, sondern die alleinige Herrschaft. Auch einfaches Volk, Sklaven, Hirten und Bauern waren zugegen, denen er die christliche Herrschaft in den schauerlichsten Farben schilderte. Die aufgebrachten Leute griffen zu den Waffen und überfielen noch in derselben Nacht das Kloster Cill Toran. Sie haben alle Mönche erschlagen, gebrandschatzt und geplündert. Ich war am nächsten Tag dort.«

Er schwieg. Als der erbleichte Art ihm seine Hand auf den Arm legte, fuhr er leise fort: »Nicht einen Stein haben sie auf dem anderen gelassen. Unter den Trümmern fand ich dieses Buch. Jetzt weißt du es. – Weder kenne ich die lateinische Schrift, noch weiß ich die Bilder zu deuten, die in großer Kunstfertigkeit darin abgemalt sind. Sag mir, was darin geschrieben steht. Ich will mehr erfahren über euch Christen. Vielleicht gibt es für uns einen gemeinsamen Weg, den wir in Frieden beschreiten können.«

Art nahm das Buch in seine langen, schmalen Hände, die von dem harten Leben zeugten, das er führte. Einen solchen Schatz hatten seine Hände nur vor sehr langer Zeit berührt. Er selbst hatte sich eine Abschrift der Evangelien angefertigt, doch nur für seinen Gebrauch in der Einsiedelei. Er hatte sie nicht kunstvoll bemalt. Vorsichtig schlug er das Buch auf: »Es ist das Evangelium Ioannis: In principio erat Verbum, et Verbum erat apud Deum, et Deus erat Verbum.«

»Kannst du es ins Gälische übersetzen?«

»Am Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort.«

»Am Anfang war das Wort«, wiederholte der Druide nachdenklich. »Wie kann allein das Wort am Anfang stehen? Und überdies, an welchem Anfang? Ein Wort ist Geist, aber wie könnte der Geist existieren, ohne die Materie?«

»Der eigentliche Sinn des Wortes, das im Griechischen logos heißt, ist Verhältnis. Das bedeutet, daß am Anfang für Gott die Möglichkeit bestand, mit dem Menschen in ein Verhältnis zu treten. Er hat diese Möglichkeit genutzt. Er macht eine Bewegung auf uns zu, die wir Menschen weiterführen sollen!«

»Aber wenn dieses Wort wirklich bei Gott und dieser Gott das Wort war, wie kann es ein Mensch wagen, dieses Wort, das Gott ist, in die Schrift zu bannen? Wenn es wirklich ein Verhältnis sein soll, wie kann es dann in die tote Schrift gebannt werden? Ist das Leben dieses Verhältnisses dadurch nicht schon im Keim erstickt? Mir scheint, deine Lehre ist starr und fest, sie läßt keine Entwicklung zu. Für dich ist Gott das Sein. Für mich ist Gott das Werden. Du weißt, daß wir Druiden auch unsere Schrift haben. Wir benutzen sie zum Beispiel, um magische Formeln aufzuschreiben, aber niemals würde ich es wagen, einen Namen meines unbenennbaren Gottes aufzuschreiben. Mir ist, als tötete ich ihn dadurch, denn was geschrieben steht, ist unveränderbar erstarrt. Niemals würde ich den Fluch über einen Menschen in einen Ast ritzen, denn niemals könnte ich diesen Fluch wieder aufheben.«

»Die Schrift ist nicht tot, wie du glaubst. Sie ist wiederbelebbar. Sie verlebendigt sich überall dort, wo Menschen in der Schrift lesen. Dann wird das Verhältnis, das Gott am Anfang zu den Menschen aufgebaut hat, weitergeführt. In der Bibel ist dieses Verhältnis für jedermann zugänglich. Vom Mittelmeer bis nach Eire, ohne daß es verfälscht wird.«

»Bist du dir ganz sicher, daß die Schrift nicht verfälscht wird? Die druidische Lehre ist auch nicht verfälscht, aber sie ist bereit, sich zu entwickeln. Neues, das uns wichtig ist, wird eingewoben. Aber wenn ich dich richtig verstanden habe, dann ist die Schrift wie das Salz, das übrigbleibt, wenn man Meerwasser trocknet. Wenn man wieder Wasser darübergießt, wird es wieder zu Meerwasser.«

»Ja, so könnte man es verstehen!«

»Es gibt vieles, was man über Salz gießen kann. Was dabei herauskommt, muß nicht immer Meerwasser sein.«

»Wie meinst du das?«

»Gieße frisches Brunnenwasser darüber, und dein Wort wird wieder lebendig. Gieße fauliges Wasser darüber und dein Wort wird gleichfalls faulig, sich im schlimmsten Fall sogar gegen dich wenden. Du sprichst von einer Bewegung, die Gott auf uns Menschen zumacht und die wir Menschen, das heißt die Christen, weiterführen sollen. Woher weißt du, daß alle Menschen diese Bewegung nachvollziehen, wie Gott sie begonnen und gemeint hat? Durch die Schrift ist die Lehre allen zugänglich, die des Lesens mächtig sind. Doch du kennst diese Menschen nicht. Die Männer und Frauen von denen die Texte stammen, kennen die Menschen nicht. Du weißt nicht, was andere über dein Salz gießen. Wir geben unsere Lehre nur mündlich weiter, an Männer und Frauen, die wir genau kennen. Wir bilden nicht nur ihren Kopf, sondern auch ihr Herz. Wir flößen ihnen frisches Meerwasser ein. Wir trennen nicht das Salz vom Wasser. Selbst die magischen Formeln die wir aufschreiben, sind zwecklos und unwirksam, wenn sie nur gelesen werden. Man muß von einem Lehrer erfahren haben, wie man sie sprechen muß, damit sie ihre Wirkung haben in einer sich beständig wandelnden Welt!«

»Die Welt wandelt sich beständig, Gott aber ist der Ewige, der uns Halt und Sicherheit gibt.«

»Aber wie kann eine sich wandelnde Welt an einen starren Gott glauben? Deine Art zu denken, Bruder, ist nicht die meine! Aber ich fürchte, es wird mir nichts anderes übrig bleiben, als deine Denkweise zumindest nachzuvollziehen. Sonst bin ich verloren.«

»Nein, Cathbad. Du bist nicht verloren! Du Druide, du weit Sehender, ich hoffe inständig, daß dich deine Augen diesmal täuschen! Laß uns handeln. Laß uns aufbrechen. Wir beide könnten vielleicht Frieden stiften. Wir beide sind Freunde. Glaubst du nicht, wir könnten durch unsere Freundschaft auch andere überzeugen?«
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